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Juni 2009
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Archive für Juni 2009

Offener Brief des 1. Vorsitzenden des SV Badem

Liebe Fussballfreunde der SG Kyllburg/Badem/Gindorf !

Die Berichterstattung in den letzten Tagen im “Wochenspiegel” und im “Trierischen Volksfreund” veranlasst mich, dazu Stellung zu nehmen:

 Zu dem Bericht im “TV” am Mittwoch, 17.06.2009, Verfasser: “TV”-Mitarbeiter Willi Rausch, haben meine beiden Kollegen Egon Schwall und Otmar Pauly bereits auf unseren Web-Seiten Stellung bezogen, gleichlautende Leserbriefe an den “TV” gesandt, und ihre Meinung von einer solchen Berichterstattung dargelegt.

Deshalb möchte ich darauf nicht mehr eingehen. Allerdings möchte ich mir einige Bemerkungen zu dem Verhalten unseres ehemaligen Trainers Richard Schneider erlauben. Wenn man einen Verein so kurzfristig (zwei Wochen) vor Beginn der neuen Saison verlässt, ist dies nach meiner Meinung nicht in Ordnung, auch wenn Richard Schneider da eine andere Meinung vertritt. Wir haben diesen Rücktritt trotzdem akzeptiert, erwarten aber von ihm gegenüber seiner ehemaligen Mannschaft und den SG-Vereinen ebenfalls den nötigen Respekt.

Was mich auch gewaltig störte, war der Bericht im “Wochenspiegel”, wo der Vorsitzende des FC Bitburg, Norbert Hugo, ankündigte nach Dominik Brenner evtl. noch weitere Spieler unserer SG zu verpflichten. Es hat für mich den Anschein, dass der FC Bitburg nun zum Frontalangriff auf unsere SG geblasen hat und uns in die Knie zwingen will. Anders ist diese Vorgehensweise nicht mehr zu erklären. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, sollen die Spieler mit monatlichen Beträgen von 400,00 bis 500,00 EURO entlohnt werden. Bisher ist nur, wie bereits erwähnt, Dominik Brenner schwach geworden und verlässt uns in Richtung Bitburg.

Ich hoffe sehr, dass uns trotz massiver Abwerbungsversuche kein Spieler mehr verlässt. Die Aussicht, in der höchsten Amateurklasse unseres Verbandes, der Rheinlandliga, zu spielen, eine Super-Kameradschaft innerhalb der Mannschaft, tolle Zuschauer die sowohl bei Heim- als Auswärtsspielen unsere Mannschaft unterstützen, müssten doch eigentlich Anreiz für jeden Spieler sein, in unserer SG zu spielen.

Mit sportlichen Grüssen für die SG Kyllburg/Badem/Gindorf

Gisbert Thielen, 1. Vorsitzender des SV Badem

C-Junioren scheitern im LP-Halbfinale

Bericht von Thomas Schon - 18.06.09 -:

Durch die 1:4-Niederlage gegen den FC Bitburg sind wir im Halbfinale des Landratspokals leider ausgeschieden. Gegen den Aufsteiger in die Rheinlandliga konnten wir nur phasenweise mithalten. Das Spiel begann für uns optimal, denn bereits nach vier Minuten erzielte Yannis Fandel die 1:0-Führung für uns. Durch Zweikampfstärke und gutes taktisches Verhalten machten wir dem FC Bitburg das Leben in der ersten Halbzeit ziemlich schwer. Ausgerechnet zwei Minuten vor der Halbzeit kassierten wr aber dann doch den Ausgleich und man ging mit 1:1 in die Kabine.- Wieder zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erzielten die Gäste dann die 2:1 Führung. Gerade mal drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt und unsere Taktik war über den Haufen geworfen. Wir mussten daraufhin natürlich offensiver agieren und die spielerisch und läuferisch besseren Gäste kamen vermehrt zu Konter- und Torchancen. Mitte der zweiten Halbzeit erzielte dann ein Gästespieler nach einem Konter das 3:1. Trotz der ein oder anderen Gelegenheit wollte uns der Anschlusstreffer nicht mehr gelingen. In den Schlussminuten ergaben wir uns der Niederlage und mussten durch einen Sonntagsschuss noch das 1:4 hinnehmen. Alles in allem haben die Zuschauer ein Pokalspiel mit packenden Zweikämpfen, vielen Provokationen aber auch mit einigen schönen Spielzügen gesehen. Ein typisches Derby halt. Nicht so schön waren da die gegenseitigen Beschimpfungen und heftigen Diskussionen der wirklich zahlreichen Zuschauer untereinander. Ein Lob verdient sich auch Schiedsrichter Da Re in einem nicht einfach zu leitenden Spiel. Unseren Burschen stand die Enttäuschung natürlich ins Gesicht geschrieben, aber das Halbfinale zu erreichen sollte man auch als Erfolg einer langen und anstrengenden Saison werten. Unsere Saison ist damit beendet. Unser Saisonabschluss (mit den Eltern) findet voraussichtlich am 27.06.09 statt. Die Infos werden wie besprochen noch mitgeteilt.

Kader: Andreas Heinz, Christopher Thiel, Christian Jakobi, Thomas Wallenborn, Lukas Maier, Yannis Fandel, Frank Crames, Lukas Weber, Pascal Scheidweiler, Noel Müller, Sebastian Kleifges, Manuel Berns, Lukas Schmitt, Dennis Engelhardt, Michael Nierobis.

Zum Artikel von Willi Rausch im “TV” vom 17.06.09 !

Leserbrief an den TV - von Hans-Egon Schwall - Vorstandsmitglied im SV Badem -:

Der heutige Artikel des TV-Mitarbeiters Willi Rausch im “TV”  (17.06.2009) ist eine bodenlose Frechheit. Unsere SG (SV Badem, SV Kyllburg und SV Gindorf) und deren ehrenamtliche Funktionäre als “Nostalgiker” (oder vielleicht “Weltfremde” ???) zu bezeichnen, ist für Herrn Rausch irgendwie symptomatisch. Da er die Szene ja so fundiert kennt, sollte er sich einmal die Frage stellen “Warum waren in den vergangenen Spielzeiten Vereine wie der VfL Hamm, Tus Argenthal oder in dieser Saison die SG Langenhahn-Rothenbach bzw. vor Jahren der SV Klausen oder SV Prüm von finanziellen Auswirkungen betroffen und mussten ihre Teams zurückziehen?”. Doch nur, weil dort mit scheinbar viel Geld Spieler angeheuert wurden. Jetzt, da die Quellen (sprich: Sponsoren) versiegt sind, sind bzw. werden diese Vereine in der Bedeutungslosigkeit verschwinden und nur sehr schwer wieder Anschluss an obere Ligen finden. Aber über derartiges wird von ihm nicht berichtet. Herr Rausch verkennt scheinbar die Situation vollkommen, denn er sollte sich einmal der letzten Jahre vergegenwärtigen, in denen die SG immer wieder hervorragende “eigene” Nachwuchskräfte in eine “Rheinlandliga-Mannschaft” integrieren konnte, und sicherlich z.B. eine Mannschaft in der vergangenen Saison ins Rennen schickte, die wohl auch eine der jüngsten in der Liga war. Dies sollte von ihm einmal “lobend” erwähnt werden, scheint ihn aber nicht zu interessieren. Auch, dass in eine derartige Jugendarbeit viel Geld für Fahrten pp. und Idealismus von der Trainerseite eingebracht werden muss. Und warum interessiert es ihn nicht, dass Richard Schneider zwei Wochen vor Rundenbeginn die “Brocken” hinschmeißt. Auch die in dem Artikel genannten Gründe waren teilweise schon frühzeitig bekannt. Übrigens noch: Was hat die Bemerkung über Peter Löw überhaupt hier zu suchen ?

Lieber Herr Rausch, ich höre immer noch den Spruch meines Freundes und unseres Trainer-Urgesteins Peter Löw, der da hieß: “Und das alles OHNE Geld !!!!” Wo bleibt bei ihnen denn der “Amateurgedanke” ?, scheinbar für sie ein unbekanntes Wort. Lieber Herr Rausch, unterlassen Sie ihre negativen Artikel über unsere SG endlich, wir haben noch genug vom vergangenen Jahr!!! Und übrigens, im vergangenen Jahr fanden Sie es nicht für notwendig, mir auf meine Fragen zu den damaligen Artikeln eine Antwort zukommen zu lassen.

Nach über 50 Jahren Abonnent des TV, der im Saarland lebt, aber der SG sehr verbunden ist - stelle ich mir die Frage, ob ich diese Zeitung nicht abbestellen soll. Von einer derart negativen Berichterstattung über unsere SG wie der Ihren habe ich mittlerweile die “Nase voll”.

                                                                 ———————

Hier der Leserbrief von Otmar Pauly, 1. Vorsitzender des SV Kyllburg, zu diesem Artikel:

Sehr geehrte Damen und Herren, der heutige Bericht des Herrn Willi Rausch zur Situation der SG Kyllburg/Badem/Gindorf ist in höchstem Maße vereinsschädigend. Herr Rausch hätte dem Inhalt des Artikels entsprechend besser die Überschrift wählen sollen: Warnung ! Geht nicht zur SG Kyllburg-Badem-Gindorf! Können Sie sich nicht denken, dass Sie es uns damit enorm erschweren, einen neuen Trainer zu finden. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, ehrenamtliche tätige Vereinsverantwortliche als Nostalgiker zu bezeichnen. Ich bin erstaunt, dass der TV das zulässt. Vielmehr hätte ich erwartet, dass die Leistung der “Nostalgiker” anerkannt wird, nämlich unser Konzept nun bereits 5 Jahre Rheinlandliga zu spielen (im vergangenen Jahr übrigens am besten platzierte Mannschaft der Region, noch vor dem von Herrn Rausch unterstützten FSV Salmrohr). Bitte verschonen Sie mich im Übrigen mit der Replik des Herrn Rausch. Aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres lege ich da absolut keinen Wert drauf.

Mit freundlichen Grüßen - Otmar Pauly - 1. Vorsitzender des SV Kyllburg -

                                                      ————————–

Damit es nicht in Vergessenheit gerät - nachstehend der Artikel - der mich (H.E. Schwall) wieder einmal erboste:

Für den “TV” berichtet der Mitarbeiter “Willi Rausch” am 17.06.2009: 

Trainersuche in der Eifel - Fußball-Rheinlandliga: Richard Schneider wirft bei Kyllburg/Badem/Gindorf das Handtuch.

Zwei Jahrzehnte lang war die Gegend um Kyllburg, Badem und Gindorf die Insel der Glückseligkeit im Fußball. 19 Jahre schwang Peter Löw bei der dortigen SG das Zepter. Als Löw ging, kam Richard Schneider. Auch seine Amtszeit war dauerhaft geplant. Doch nach nur einer Saison macht Schneider Schluss - wie übrigens auch Löw bei seinem neuen Club, der SG Auw.

“Ich gehe nicht gerne”, sagt Schneider, “es hat mir riesigen Spaß gemacht, mit der Mannschaft zu arbeiten, aber ich sehe für die kommende Saison einfach keine für mich akzeptable sportliche Perspektive.” Schneider führt an, dass er schon in der abgelaufenen Spielzeit in puncto Personal “von der Hand in den Mund” leben musste. “Es kam nicht selten vor, dass ich wenge Stunden vor dem Spiel noch rumtelefonieren musste, um ein komplettes Team zusammenzukriegen.” Ein Zustand, den er unhaltbar findet und der sich vermutlich nicht ändern wird. Der zu kleine Kader wird nicht größer werden und an Qualität verlieren. Denn mit Torhüter Andreas Schmitt (als Spielertrainer nach Rittersdorf), Ramon Kolling, der aus beruflichen Gründen kürzer treten muss, Dominik Brenner (FC Bitburg), Mike Schwandt (nach Hesperange) und Abraham Dantata (Nattenheim/Fließem) werden fünf Akteure nicht mehr oder, wie Kolling, nur sporadisch zur Verfügung stehen. Ersetzt werden sie durch vier A-Jugendliche und den aus einer Verletzungspause kommenden Javier Graham. Den Grund, weshalb es dem Verein, obwohl in der Rheinlandliga etabliert nicht gelingen will, Spieler anderer Clubs an sich zu binden, nennt Gisbert Thielen, als Vorsitzender des SV Badem einer von insgesamt drei Vorstands-Chefs: “Wir zahlen kein Geld. Und von dieser Praxis rücken wir auch nicht ab.” Das mögen Nostalgiker sympathisch  finden, aber die Wirklichkeit stellt die SG eben genau vor die Situation, in der sie jetzt ist. Der SG-Vorstand weiß: Entweder ist selbst Kreisliga-Spielern unter diesen Voraussetzungen der Aufwand zu hoch oder sie trauen sich nicht zu, den Sprung sportlich zu schaffen.” Schneider: “Ich akzeptiere die Philosophie des Vereins, aber ich will nicht noch einmal eine solche Saison erleben wie die vergangene.

Wer Nachfolger des 50-Jährigen wird, ist nach Angaben der SG (”Wir sind noch in der Sondierungsphase”) völlig offen. Schneider will, “erst mal Pause machen”, kündigt aber schon an: Man wird mich auf den Fußballplätzen der Region oft am Spielfeldrand als aufmerksamen Beobachter sehen.” (bec/dr)

Saisonrückblick der ersten Mannschaft - Teil 2: Statistik

Nachstehender Bericht ist für die Statistik-Freunde der SG:

Insgesamt wurden in der Saison 2008/2009 = 34 Spiele ausgetragen. Davon wurden 12 gewonnen, 7 endeten Unentschieden und 15 wurden verloren. In der Vorrunde erreichten wir 24 Punkte, in der Rückrunde nur noch 19, sodass die insgesamt 43 Punkte mit einem Torverhältnis von 53:62 zu Platz 12 reichten. Die Leistungsdichte der Liga wird auch verdeutlicht durch den Tabellensiebten - FV Engers - der es auf 47 Punkte brachte und dem Tabellenfünfzehnten (erster Nichtabstiegsplatz) - die SG Strohn - die 40 Punkte errang.

Im Fairnesswettbewerb belegten wir einen guten sechsten Rang mit 90 Punkten und einem Quotienten von 2,65 je Spiel.

Insgesamt wurden die 54 Tore von 11 verschiedenen Torschützen erzielt, und zwar: Jerome Kolling mit 14 Toren, Mike Schwandt - 11 Tore, Christian Esch - 9 Tore, Oliver Adams - 8 Tore, Josha Haubricht - 4 Tore, Alexander Berscheid - 3 Tore, je ein Tor erzielten: Jan Schmitt, Ramon Kolling, Stefan Epper, Dominik Brenner und Abraham Dantata.

Insgesamt kamen in der Saison 27 Spieler zum Einsatz. Die Einsätze der einzelnen Spieler in der vergangenen Saison (erste Zahl Gesamtanzahl der Einsätze - davon x Einwechslungen (E) und x Auswechslungen (A)):

Jan Schmitt - 34 (- E/ - A), Oliver Adams - 34 (7 E/ 9 A), Dominik Brenner - 31 (1 E/1 A), Sebastian Berg - 31 (1 E/5 A), Jerome Kolling - 31 (1 E/2 A), Pierre Valerius - 31 (5 E/14 A), Christian Esch - 30 (1 E/- A), Alexander Berscheid - 30 (- E/4 A), Ramon Kolling - 29 (7 E/9 A), Josha Haubricht - 29 (4 E/- A), Andy Schmitt - 21 (- E/- A), Christoph Gerten - 19 (2 E/9 A), Mike Schwandt - 13 (1 E/2 A), Javier Graham 11 (7 E/2 A), Jens Freis - 11 (- E/- A), Stefan Epper - 9 (3 E/- A), Abraham Dantata - 7 (7 E/- A), Bernd Matthey - 7 (3 E/1 A), David Reinhard - 6 (5 E/- A), Alexander Clahsen - 4 (4 E/- A), Frank Leinen - 3 (1 E/1 A), Andreas Winter - 3 (2 E/- A), Nico Diesch - 2 (2 E/- A), Andreas Wonner - 1 (- E/- A), Andreas Locher - 1 (- E/- A), Christian Felz - 1 (1 E/-A), Julian Hennig - 1 (1 E/- A).

Etwas Statistik zur bisherigen Zeit der SG in der Rheinlandliga seit dem Spieljahr 2004/2005:

Insgesamt haben wir einschl. der Saison 2008/2009 = 166 Spiele ausgetragen, davon endeten 69 mit einem Sieg, 40 Unentschieden und 57 mit einer Niederlage bei einem Gesamttorverhältnis von 322:273. Pro Spiel wurden also 1,51 Punkte mit einem Torquotienten von 1,96 erreicht. Von den 83 Heimspielen wurden 45 gewonnen, 21 endeten Unentschieden und 17 mit einer Niederlage. Von den 83 Auswärtsspielen gewannen wir 24, spielten 19 mal Unentschieden und verloren 40 Spiele. Insgesamt erzielten wir in den fünf Spielzeiten 247 Punkten, und zwar: Saison 2004/2005 = 44 Punkte und Platz 7, Saison 2005/2006 = 64 Punkte und Rang 3, Saison 2006/2007 = 42 Punkte und Rang 9, Saison 2007/2008 = 54 Punkte und Rang 5 sowie Saison 2008/2009 = 43 Punkte und Rang 12.

Interessant ist auch, dass in der kommenden Saison nur noch 4 Teams aus unserem ersten Rheinlandliga-Jahr in dieser Klasse ohne Unterbrechung spielen werden, und zwar: SG Badem/Kyllburg/Gindorf, TuS Montabaur, SV Dörbach und die SG Burgbrohl. Mit den Neulingen SG Mühlheim-Kärlich (Bezirksliga Mitte), der SG Malberg-Rosenheim (Bezirksliga Ost), und SV Eintracht Trier 05 II (war auch im ersten Spieljahr dabei) (Bezirksliga West), waren in diesen Spielzeiten insgesamt 32 verschiedene Teams in der Rheinlandliga. (hes)

Der “WS” berichtet: Herbert Fandel: Der leise Abschied von einer ganz großen Karriere.

Für den “WOCHENSPIEGEL” berichtet Andreas Arens am 15.06.09:

Herbert Fandel: Der leise Abschied von einer ganz großen Karriere !

Ohne Show - und vollkommen konseqent: Herbert Fandels Abgang von der Schiedsrichter-Bühne passt zu seinem geradlinigen Charakter. Erst nachdem die Saison beendet war, ließ er die Katze aus dem Sack und gab das sofortige Ende seiner famosen Laufbahn als “23. Mann” bekannt.

“Ich beende eine für mich tolle und erfolgreiche Zeit. Selbst bestimmt und ohne jede negative Gedanken”, betont Herbert Fandel gegenüber dem “WOCHENSPIEGEL”. Sein Ding war und ist es nicht, sich wie andere Schiri-Kollegen selbst zu Inszenieren. “So etwas passt einfach nicht zum Wesen des Schiedsrichters. Wir stehen nun mal nicht im Mittelpunkt des Fußball-Geschehens.” Der Entschluss stand schon vor einigen Monaten mehr oder weniger fest und reifte in den vergangenen Wochen. Eine Entzündung an der Fußsohle erforderte längere Pausen. “Da hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe die Verletzung auch als eine Art Signal verstanden.”

30 Jahre war Fandel Unparteiischer, davon 20 Jahre im Profifußball. Neben 247 Bundesliga-, 26-A-Länderspielen und 56 Europacupbegegnungen gab es auch zahlreiche absolute Höhepunkte. 2008 kam er bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz zum Einsatz, pfiff 2000 bei Olympia in Sydney und 2005 beim Confederations-Cup in Deutschland. Unvergessen bleiben auch die Leitung des Champions-League-Finales 2007 zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool in Athen und ein Jahr zuvor das UEFA-Cup-Endspiel in Eindhoven zwischen dem FC Sevilla und Middlesbrough. Gleich vier Mal wurde Fandel vom Deutschen Fußball-Bund zum “Schiedsrichter des Jahres” gewählt.

Eine Pfeife will der aus Utscheid stammende Wahl-Kyllburger “nie mehr in den Mund nehmen”, dafür aber seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz dort weiter geben, wo es wirklich drauf ankommt: beim Heranführen von jungen Schiedsrichtern auf nationaler und internationaler Ebene. Fandel ist bereits am vorigen Freitag - kurz nach Bekanntgabe seines Abschieds von der aktiven Laufbahn - als Mitglied des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses aufgenommen worden. Wenn DFB-Schiri-Boss Volker Roth im Herbst 2010 abtritt, dürfte Fandel ihn beerben.

Im DFB-Ausschuss und auf internationaler Ebene in der UEFA-Kommission wartet auf ihn einiges an Arbeit. “Ich werde ähnlich viel unterwegs sein, wie bisher”, stellt sich der 45-Jährige auf zahlreiche Konferenzen und Schiedsrichter-Beobachtungen in Deutschland oder in Europa ein. Der zweifache Familienvater (Sohn Yannis ist 14, Tochter Nina 12) und Leiter der Kreismusikschule Bitburg-Prüm dürfte auch hier seinen Prinzipien treu bleiben: nicht “Everybody’s Darling” sein, nicht so einfach umzubiegen und immer bodenständig. So wie als einer der besten Schiedsrichter der Welt: Als in einm UEFA-Lehrgang allzu wirklichkeitsfremde Szenarien durchgespielt werden mussten, verließ Fandel auch schon mal vorzeitig den Trainingsplatz. Gegen die Einführung des Headsets, mit dem angeblich die Kommunikation unter dem Schiedsrichtergespann verbessert werden soll, sträubte sich der waschechte Eifeler, der viel Wert auf seine Wurzeln legt, erfolgreich, weil “es für mich einfach unbequem war”. Dass er in der Öffentlichkeit hier und da unnahbar wirkte und von einigen sogar als arrogant bezeichnet wurde, kann Herbert Fandel gut wegstecken: “Ich habe auch nicht jeden an mich heran gelassen. Auf bestimmte Kontakte habe ich keinen Wert gelegt.” Die Glitzer- und Glamourwelt, die heutzutage mehr denn je den Fußball beherrscht, war und ist ihm zuwider. Weniger Show und Entertainment, dafür der Fußballsport an sich mehr im Mittelpunkt. Der Schiedsrichter dabei als unauffälliger Überwacher der Regeln: So hat Herbert Fandel sich und seine Aufgabe immer gesehen. Und so hat er sich im deutschen Fußball einen Ruf verschafft, der sein Karriereende noch weit überstraheln wird…. (aa)